28.04.2019 11:40 Age: 24 days
Category: ALL, Jugend

Sprachbewusster Unterricht in der Volksschule

Zu Beginn des Schuljahres 2018/ 19 fand im Oberlandsaal Haiming ein Vortrag zum Thema Sprachbewusster Unterricht an den Schulen statt, zu dem fast alle Lehrer und Lehrerinnen des Bezirks eingeladen waren und dieser Einladung auch gefolgt sind. Im Wesentlichen ging es bei dieser Veranstaltung um die Verwendung der korrekten Hochsprache im Unterricht. Unter anderem deshalb entschloss sich die VS Haiming mit einem sprachbewussten Unterricht einen besonderen Schwerpunkt zu schaffen.


Als wichtiger Leitsatz gilt: „Wenn SchülerInnen in die Lage gebracht werden, sich sowohl inhaltlich als auch sprachlich in den Gegenständen weiterzuentwickeln, haben sie gute Chancen für ihr späteres berufliches Weiterkommen. Was sie dazu brauchen, sind sprachbewusste Lehrerinnen und Lehrer in einer sprachsensiblen Schule, in der sprachliche Bildung zu einem durchgängigen Unterrichtsprinzip wird...“ (Österreichisches Sprachenzentrum; www.oesz.at)

Bei uns beginnt das Bewusstmachen der Sprache schon beim Grüßen in der Früh und hört beim Verabschieden nach dem Unterricht bzw. nach der Tagesbetreuung auf. So manchen Kindern sind nicht einmal die wichtigsten verbalen Umgangsformen bekannt und so steht bei uns ein freundliches „Guten Morgen“ an erster Stelle, das aber auch in den Wochen mit fremdsprachlichen Schwerpunkten auch „Good Morning“, „Bon giorno“ oder „bonjour“ heißen kann und irgendwann das salopp hingeworfene „Hallo“ ersetzen könnte. Nicht nur die Erwachsenen der Schule sollten begrüßt werden, auch die anderen Kinder.

Somit ist gleich ein erster Punkt dieses thematischen Schwerpunkts an unserer Schule angesprochen. Im Laufe des Schuljahres bemühen wir uns, unseren Schülern und Schülerinnen auch den Klang anderer europäischer Sprachen nahe zu bringen. Neben Englisch, das ohnehin zum Regelunterricht gehört, finden sich auch Begrüßunsgsfloskeln und Redewedungen in Italienisch und Französisch als Plakate im ganzen Schulhaus und werden natürlich auch verwendet.

Es gilt auch, den Kindern bewusst zu machen, dass sie bei Gesprächen miteinander darauf achten, solche Wörter und Ausdrücke zu verwenden, die sie selbst auch von den anderen hören wollen und negative, entmutigende Ausdrücke möglichst zu vermeiden.

Im Unterricht wollen wir durch eine gehobene Umgangssprache zu Sprachvorbildern für die Kinder werden. Besonders im Deutschunterricht, aber auch in allen anderen Fächern verwenden wir die österreichisch gefärbte Hochsprache, die den Kindern die Verschriftlichung erleichtern soll.

Die Lehrer besuchen einander in den Unterrichtsstunden und beobachten einander, hören zu und geben Feedback.

Natürlich hat auch der Dialekt Platz in der Schule, viele Ausdrücke sind gar nicht in die Hochsprache übersetzbar oder würden dadurch ihren Charme verlieren.

In Sprachworkshops, die klassenübergreifend angeboten werden, bieten die Lehrer und Lehrerinnen Themen wie zum Beispiel Sprachspiele, Gedichtewerkstatt, Lesespiele, Grammatikspiele, u.ä., an. Die Schüler und Schülerinnen können sich bei diesen Workshops aussuchen, was sie am meisten interessiert und verbringen dann zwei Unterrichtseinheiten, Größere und Kleinere miteinander, losgelöst aus dem sonst üblichen Klassenverband.

Diese Maßnahmen sind dann von Erfolg gekrönt, wenn die uns anvertrauten Kinder die Volksschule möglichst „zweisprachig“ verlassen und sich im Dialekt und auch in der gehobenen Umgangssprache ausdrücken können, sowohl mündlich als auch schriftlich.

Text: Volksschule Haiming, Malaun Ursula 

Bilder: Josef Pohl