27.01.2019 21:18 Age: 85 days
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Leitartikel

Alles zu seiner Zeit!


„Ich wünsch dir eine schöne Zeit“, „…dass du mehr Zeit hast für dich“, „Nimm dir Zeit für dich“ – Wünsche dieser Art wurden uns vielleicht zum Weihnachtsfest oder zum Jahreswechsel überbracht oder wir haben sie ausgesprochen.

Zeit ist wertvoll geworden. Wenn man spürt, wie wenig Zeit man manchmal für sich selbst hat, stellt sich die Frage – wer bestimmt denn über meine Zeit? Wieviel davon kann ich mir selbst einteilen, wann machen das andere für mich? Die Arbeitswelt ist spürbar härter und zeitaufwändiger geworden. Zur eigentlichen Tätigkeit kommen immer mehr Termine und administrative Aufgaben, die uns vorgegeben werden. Auch mit allen Nachrichten via Smartphone und PC am aktuellen Stand zu sein und sie zu bearbeiten kostet uns viel Zeit.

Rundum gibt es ein umfangreiches Angebot, damit auch die Freizeit gut verplant werden kann. Der wohltuende Ausgleich mit Kulturangeboten, Sport, gesellschaftlichen Treffen, Vereinstätigkeit und Informationsveranstaltungen kann zur „Zeitfress-Falle“ werden, wenn man überall dabei sein will. Manchmal ist weniger mehr. Denn wer möchte schon gerne einen Zeitmanagement-Kurs besuchen, um zu lernen, die Zeit möglichst produktiv und nutzbringend einzuteilen? Möchten wir uns vollends verplanen?

Alles zu seiner Zeit heißt, sich auf Dinge zu konzentrieren, die jetzt oder in nächster Zukunft passieren. Das tut uns Menschen bekanntlich gut. Dazu fällt mir ein Plakat am Bahnhofplatz ein, das für ein Konzert Ende Oktober (!) 2019 in Innsbruck wirbt. Auch Veranstaltungen bei uns wurden schon einige Wochen vorher angekündigt. Hoffentlich werden wir nicht irgendwann zu Dreikönig daran erinnert, wann im kommenden Dezember die Adventmärkte öffnen! Das meint

Erwin Föger