18.07.2017 09:20 Age: 128 days
Category: ALL, Jugend

Junge Haimingerin geht neue Wege

Natalie und ihr Pferd helfen beim Lernen


Immer häufiger haben Kinder Probleme in der Schule. Eine digitalisierte Welt hat eben nicht nur Vorteile. Konzentrationsstörungen, motorische Defizite und/oder Legasthenie (Lese- und Rechtschreibstörung) sowie Dyskalkulie (Rechenschwäche) sind Begleiterscheinungen der Digitalisierung und einer Gesellschaft, in der alles immer noch schneller bewältigt werden muss. Zurück zu den Anfängen! Wie lernen Kinder? Sie lernen ständig, jeden Tag, jede Stunde und jede Minute aufs Neue. Und am effektivsten lernen Kinder dann, wenn sie etwas toll, aufregend und cool finden.

Lorena ist acht Jahre alt. „Rechnen“ ist nicht ihr Lieblingsfach und Hausgaben mag sie gar nicht. Auch manche Buchstaben bereiten ihr Schwierigkeiten. Deshalb entschied sich ihre Mutter, das Angebot von Natalie Schnitzler aus Haiming (Dipl. Lern-, Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin nach „Erel“) in Anspruch zu nehmen.

Mit Freude lernen. „Erel“ bedeudet „Easy riding – easy learning). Abseits des Klassenzimmers und weit weg von abstrakten Zahlen, die auf der Tafel stehen, wird bei „Erel“ unter Rahmenbedingungen trainiert, die es dem Kind ermöglichen sollen, Lerninhalte mit all seinen Sinnen und Freude zu erfassen. Erlerntes soll so dauerhaft abgespeichert werden und auch in Stresssituationen wieder abrufbar sein.

Sitzt man auf einem Pferd, das sich bewegt, wird im eigenen Körper so einiges in Gang gesetzt, ohne dass man das bewusst wahrnimmt. Die Rückenmuskulatur entspannt sich, Motorik, Gleichgewichtssinn und Raumorientierung werden trainiert, linke und rechte Hirnhälfte werden zeitgleich beansprucht – sowohl physisch, als auch psychisch sind positive Effekte zu erzielen. Damit sind die besten Voraussetzungen, um zu lernen, geschaffen. Trainerin Natalie Schnitzler legt großen Wert darauf, dass die Lernmaterialien, die sie ihren Schützlingen anbietet, Gegenstände des täglichen Lebens sind, um Anknüpfungspunkte zu schaffen. Deshalb addiert und subtrahiert Lorena mit bunten Eisstäbchen – damit sie etwas in der Hand hat, im wahrsten Sinne des Wortes, während Abschii – der Trainer auf vier Hufen – sie über den Platz trägt.

Es ist erst das fünfte Training von Lorena, aber ihre Mutter bemerkt bereits jetzt Fortschritte. Lorena fällt es leichter, zu lernen, weil sie sich besser konzentrieren kann und seit sie Abschii und Natalie kennt, verknüpft sie mit Lernen positive Erlebnisse, die ihr Freude machen. „Es ist einfacher, wenn Abschii mir hilft“, sagt Lorena zu Natalie und fragt, ob sie weiter rechnen darf, weil es Spaß macht.

Eingespieltes Team. Natalie Schnitzler machte nach der HAK eine Ausbildung in Mediendesign und startete in den Berufsalltag. Schnell war klar, dass ein Acht-Stunden-Bürojob nicht ihre Welt ist. Ihren Haflingerwallach Abschii besitzt Natalie seit seiner Geburt und die ist schon 15 Jahre her. Will heißen, die beiden kennen und vertrauen sich und sind ein eingespieltes Team. Natalie wollte einen Beruf ergreifen, den sie mit ihrem Abschii ausführen kann und so kam es, dass sie die Ausbildung zur Dipl. Lern-, Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin nach „Erel“ in Angriff nahm.

Ihre Arbeit ist nun ihre Leidenschaft. Es bereitet ihr unheimlich Freude, die Fortschritte der Kinder beobachten zu können. Von Training zu Training wächst das Selbstvertrauen der Kinder und es fällt ihnen immer leichter, das bisher mühselige Lernen zu etwas zu machen, das Spaß macht und Freude bereitet. Neben ihrer Tätigkeit als Trainerin hat Natalie begonnen, Pädagogik in Innsbruck zu studieren, um sich in diesem Bereich noch mehr Kompetenzen anzueignen, die in der Folge den Kindern zugute kommen sollen.

Das Training findet am Reitplatz in Silz (Johann Schöpf Straße 16) statt. Interessierte können sich bei Natalie Schitzler unter 06643643851 oder nschnitzler@tsn.at melden. Weitere Infos:

www.lernenmit4hufen.at

www.facebook.com/lernenmit4hufen.

Text und Fotos: Maria Stecher