18.07.2017 09:04 Age: 65 days
Category: ALL, Chronik

Lebensbild - Jörgl Marberger

Mit 70 Jahren im Un-Ruhestand


Im Mai dieses Jahres feierte Georg „Jörgl“ Marberger seinen 70. Geburtstag. Der umtriebige Pensionist im „Un-Ruhestand“ schaut gern zurück und erkennt dankbar, „er habe auch viel Glück gehabt im Leben“. Dem Dorfblattl erzählt er davon.

Jörgl Marberger erlebte eine wunderbare Kindheit, in die er als zweites von fünf Kindern von Hugo und Agnes Marberger aus Umhausen im Mai 1947 hineingeboren wurde. Es war ein intaktes Landleben, in dem er aufwuchs und die Volksschule besuchte. Als Gymnasiast kam er ins Internat nach Landeck, um später mit der Imster Handelsschule sein kaufmännisches Fundament zu legen. Dem Besuch der Sägewerkfachschule in Kuchl bei Salzburg folgten Lehr- und Wanderjahre durch Deutschland und nach Graz. Schon als Bua war für ihn klar, dass er in den elterlichen Betrieb einsteigen würde. Damals wurden Mundspachteln, Obstkisten und Fassspunde hergestellt.

Als in Ötztal-Bahnhof die Firma Lignospan einen lokalen Vertriebspartner suchte, sah Hugo Marberger Wachstumspotential und übersiedelte mit dem Betrieb von Umhausen hierher. Der junge Jörgl durchlief alle Stationen des Betriebes, arbeitete etwa als Holzstapler, Lagerarbeiter, LKW-Fahrer und im Verkauf. „Ich lernte alles im Betrieb von der Pieke auf, das war meine Basis für die spätere Leitung der Firma“ so Marberger. Er kennt alle Betriebsvorgänge und ist bis heute fasziniert vom organischen Werkstoff Holz, weil jeder Baumstamm einzigartig und speziell zu behandeln und zu bearbeiten ist.

Während er beruflich alle Prüfungen erfolgreich absolvierte, widmete er sich in der Freizeit gern dem Sport, dem Berg und dem Fischen. Im Umhausner Sportverein fungierte er als Kampfrichter bei Schirennen, später in den 80er Jahren wird er in Haiming langjähriger Präsident des Tennisclubs werden. Die Mutter brachte ihn mit fünf Jahren schon zu den Umhausener Jungschützen, Jörgl folgte damit der Leidenschaft seiner Vorfahren. Als Gründungsmitglied der Schützenkompanie Ötztal-Bahnhof wird er diese Tradition in unserer Gemeinde später weiter leben.

In Sölden lernte Jörgl Ende 1975 Waltraut, die damalige Rezeptionschefin des Hotels Bergland, kennen, 1977 schlossen sie den Bund fürs Leben. 1978 kam mit Julia das erste Kind zur Welt. In der Firma Marberger erfolgte in dieser Zeit eine personelle Umstrukturierung und die junge Familie zog in die Wohnung im Firmengebäude in Ötztal-Bahnhof. „Wir sind gerne hier her gekommen“ erzählt Marberger, „wir mögen Ötztal-Bahnhof mit seiner offenen, aus verschiedenen Gebieten zugezogenen Bevölkerung und einem doch funktionierenden Vereinsleben.“ Mit den Söhnen Simon, geb. 1980 und Gregor, geb. 1984, wurde die Familie komplett.

Der leidenschaftliche Fischer Jörgl Marberger ging bereits aus Bua mit seinem Vater angeln. Das vererbte Fischrecht auf der Ötztaler Ache gehörte schon seinem Urgroßvater. Dennoch lockt es den Fischer auch an „fremde Gewässer“, in Alaska, Südamerika und Osteuropa frönt er seiner Leidenschaft. Faszinierend ist für ihn dabei neben der Ruhe in der grandiosen Natur das Überlisten der Fische, das zum Fangerfolg führt.

Georg Marberger ist seit 2011 offiziell in Pension und hat die Geschäfte an seine beiden Söhne Simon und Gregor Marberger und an Hanspeter Prantl übergeben. Der Betriebsstandort Haiming ermöglichte eine stetige, gesunde Entwicklung des Unternehmens. Der Holzeinkauf ist noch immer sein Bereich und er steht der Geschäftsführung gern mit Rat und Tat zur Seite. Jörgl Marberger war beruflich sehr viel unterwegs. Umso mehr schätzt er es heute, wenn er mit seiner Familie samt den sieben Enkelkindern zusammenkommt. Privat reist er nach wie vor gerne in verschiedenste Länder der Welt.

2012 ergab sich – gemeinsam mit zwei Kollegen - der Kauf des Ötztalerhofes. Mit der heuer neu vergebenen Verpachtung kommen nun neben den Jugendgruppen auch Reisende aus China nach Ötztal-Bahnhof. Winkende Chinesinnen, die vor unseren blühenden Sträuchern fürs Foto posieren, gehören schon fast zum Ortsbild. Mit dem Restaurant „madres“ sieht Marberger die dürftige Gasthausszene in der Gemeinde aufgewertet. Denn gern erinnert sich Jörgl Marberger an die früheren Frühschoppen in den Gasthäusern nach dem Gottesdienst, bei denen allerhand Themen von den Männern besprochen wurden.

Dass der Jubilar, wie schon erwähnt, erkennt, dass er Glück im Leben hatte und Gottes Segen spürte, lässt ihn gerne helfen. Dies zeigt er durch sein Engagement und durch die Übergabe von Spenden im gesellschaftlichen und pfarrlichen Bereich. Im Lions-Club setzte sich Jörgl über 30 Jahre für soziale Projekte ein. Die Firma Marberger ist ein wichtiger Arbeitgeber auch für viele Menschen aus Haiming und Umgebung.

Vielleicht wird es langsam also doch etwas ruhiger im Leben des rührigen Pensionisten. Als „Spätberufener“ hat er auch die Jagd als Hobby entdeckt. Er fischt in naturbelassenen Gewässern vieler Länder, lebt die Schützentradition, ist in der Firma noch da und dort im Einsatz und hat gern seine Familie um sich. Mit dieser gesunden Mischung erlebt er ausgefüllte Tage. Dass der Opa auch Zeit für Unternehmungen hat, freut die Enkel, die gern mit ihm im Auto auf Ausflugsfahrten gehen. Viele Entdeckungstouren verschiedener Art und alles Gute und Gesundheit wünscht auch das Dorfblattl dem Jubilar für seine weiteren Lebensjahre.

Text: chris

Foto: privat