17.07.2017 16:26 Age: 65 days
Category: ALL, Chronik

Firmenportrait Haimingerhof

Weiter auf Expansionskurs


Der Haimingerhof hat in den letzten Jahren eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Obwohl bestens mitten im Ort, direkt neben dem Gemeindeamt gelegen, konnte kein Betreiber langfristig zufriedenstellenden Erfolg erreichen. Vor rund zwei Jahren wurde das Haus schließlich von der Gemeinde angekauft und überlegt, was man mit der Immobilie machen sollte. Verschiedene Ideen und Gerüchte geisterten durch die Gemeinde. In jedem Fall aber sollte die Gaststätte im Erdgeschoss erhalten bleiben. Nachdem der ehemalige Alt-Haiming-Betreiber Leo Raggl den Betrieb 2015 übernommen und nach nur einem Jahr überraschend wieder abgegeben hatte, ergab sich laut Erzählungen folgende Begebenheit:

Bürgermeister Josef Leitner besuchte den Gasthof „Zur Post“ in Obermieming und traf dort hinter der Schank Selahattin „Salati“ Demirkiran, den er schon viele Jahre als Betreiber der Rochus-Stube in Sautens kannte. Auf die Frage, ob Salati, wie er von allen genannt wird, nicht auch den Haimingerhof führen wolle, sagte dieser mehr oder weniger spontan zu. Salatis Vater Temel kam vor mittlerweile 47 Jahren nach Tirol und arbeitete von Anfang an im Hotel Deutschmann in Obergurgl als Kellner. Im Jahr 1973 folgte ihm Sohn Salati ins hinterste Ötztal und arbeitete für 20 Jahre als Oberkellner im selben Hotel, wo er auch sprachlich zum Tiroler wurde. 1990 wagte Salati mit seinem Bruder Achmed den Sprung in die Selbstständigkeit. Sie übernahmen das Traditionslokal Rochus-Stube in Sautens. 2009 kam der Gasthof „Zur Post“ in Mieming dazu und in den folgenden Jahren wuchs das Familienimperium, in dem auch alle sechs Kinder Salatis engagiert sind, bis heute auf insgesamt neun Gastronomiebetriebe an.

Seit nun etwas mehr als einem Jahr führt Salatis jüngster Sohn Emre, unterstützt von seinem Cousin Ali Celal und dessen Frau Selma, das Hotel und das Restaurant. Die einheimischen wie auswärtigen Gäste schätzen die höfliche und freundliche Art der Pächter ebenso wie die gute Küche. Dabei erzählt Emre, dass er vor der Eröffnung doch etwas Bauchweh hatte: „Wir wurden vor den sturen Haimingern gewarnt und man prophezeite uns, dass die Einheimischen nicht zu uns kommen würden, aber das war vom ersten Tag weg komplett anders. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen. Die Einheimischen sind bis heute zufrieden und wir sind froh, dass wir vom Bürgermeister die Gelegenheit bekommen haben, hier sein zu dürfen.“ Dass der Betrieb nun wieder sehr positiv in der Bevölkerung wahrgenommen wird, ist auch der Gemeindeführung nicht entgangen, die den Pachtvertrag im Frühjahr vorzeitig bis mindestens 2022 verlängert hat. Trotzdem ist der Expanionskurs der Familie Demirkiran noch nicht gestillt und man hält weiterhin die Augen nach interessanten Gastrobetrieben offen.

Im vergangenen Jahr war aber nicht nur im Gastraum viel los, auch baulich wurde an vielen Orten gewerkt und renoviert. So entstand ein neuer heller und freundlicher Barbereich, in der Engelbar wurde ein neuer Boden verlegt und die Zimmer wurden für Outdoor-Sportler optimiert. Auf der Terrasse kann man auf modernen Sitzmöbeln unter einer neuen Markise den Sommer genießen. Im Keller soll noch ein Spielraum für das vorwiegend junge Hotel-Publikum eingerichtet werden. Die 20 Zimmer im Haus sind von Gruppenreisen und Familien gut gebucht, die ebenso wie die ortsansässigen Vereine die Gastfreundlichkeit der Familie Demirkiran zu schätzen wissen. Ein sehr guter Beleg dafür ist der nun schon seit einem Jahr jeden Dienstagabend stattfindende allwöchentliche Stammtisch, organisiert von Markus Kopp, wo sich regelmäßig Einheimische zum gemütlichen Plausch treffen. Da trifft es sich gut, dass bis zum einwöchigen Betriebsurlaub im September kein Ruhetag gehalten wird. Zudem gibt es jetzt im Sommer jeden Freitag einen Grillabend auf der Terrasse des Haimingerhofs. Nachtschwärmer können sich nach dem Betriebsurlaub im Herbst wieder jeden Freitag und Samstag in der Engelbar treffen, die auch von geschlossenen Gruppen und Vereinen zum Selbstausschank angemietet werden kann. Emre und sein Team überlegen am Morgen noch etwas früher aufzusperren, um den Patienten des Arztes und der Physiotherapie entgegenzukommen. Die Bevölkerung ist in jedem Fall froh, dass mitten im Dorf wiederum ein Restaurant zu finden ist, das an allen sieben Tagen der Woche eine gute Küche und freundliches Service anbietet.

Text und Fotos: mams