17.07.2017 16:24 Age: 129 days
Category: ALL, Chronik

Der Kultur auf der Spur:

Bluamen-G´schichten


Margariten blühen von Mai bis in den Oktober hinein. Sie wachsen im Tål an Wegrändern, auf mageren Wiesen – auf der Huaminger Ålm und auf den Bargwiesn bis über die Waldgrenze hinauf. Diese mehrjährigen krautigen Pflanzen können – je nach Bodenbeschaffenheit und Höhenlage – eine Wuchshöhe von 20 bis 80 cm erreichen. Die Blüten haben Durchmesser zwischen 4 und 6 cm. In deren Mitte strahlt ein gelb-oranges Köpfle, aus dem dicht aneinander strahlend weiße Blütenblätter sprießen. Trotz – oder wohl auch wegen ihrer bescheidenen Pracht ist sie zu einem Symbol für die reine, unberührte Natur geworden. Wird ein Strauß mit Margariten an einen lieben Menschen überreicht, kann dies als Kompliment an seine Ehrlichkeit und Natürlichkeit aufgefasst werden. Und: Die Margarite ist wohl das beliebteste Orakel unter den Blumen – zumeist für Madlen. Beim Abrupfen der Blütenblätter fragen sie: Er måg mi, er måg mi it! - oder ganz poetisch: Er liebt mi: Von Herzen, mit Schmerzen, a bissle, går it …. . Die Wortgruppe, die beim Abzupfen des letzten Blattes gesagt wird, gilt als Orakelspruch. Zu erwähnen ist weiters: Madlen mit an Margariten-Kranzle werden immer ein gutes Fotomotiv bleiben. Die Bedeutung, die man Blumen auch heute noch in vielfältiger Weise beimisst, zeigt sich am Kraiterbuschn, der alljährlich am Hoachn-Frauetåg (15. August) in der Kirche geweiht wird. Am häufigsten werden dazu gesammelt: Königskerze, Johanniskraut, Kamille, Rittersporn, Eisenhut, Kugeldistel, Wermut, Wohlgemut, Goldrute und Schafgarbe. Früher habe sich die Anzahl der Kräuter nach heiligen Zahlen gerichtet: 7 (Schöpfungstage), 9 (3x3 – die Dreifaltigkeit),12 (Apostel) und 14 (Nothelfer). (

Text: Johann Zauner