17.07.2017 15:53 Age: 129 days
Category: ALL, Gemeinde

Ordination in modernen Räumlichkeiten

Das aktuelle Interview - Dr. Erik Böck


Am 5. Jänner 2009 übernahm Dr. Erik Böck die Ordination für Allgemeinmedizin in der Kalkofenstraße in Haiming. Mit April 2017 ist die Praxis in die großzügig angelegte Ordination im neuen Gemeindehaus übersiedelt. Dies ist ein guter Zeitpunkt für ein aktuelles Interview.

Wie fühlt es sich für dich und für dein Team an, die Patienten in den neuen Ordinationsräumen zu empfangen? Was sind die positiven Veränderungen für euch und für die Patienten?

Die Räume der neuen Praxis sind modern, der Warteraum ist größer und jetzt sehr gut belüftet. Die wichtigste Neuerung ist die Diskretionszone, die einzeln zu betreten ist. So können vertrauliche Informationen nicht „mitgehört“ werden. Dies ist auch so vorgeschrieben, für die Wartezeit vor der Anmeldung muss man Verständnis haben. Wichtig ist auch das behindertengerechte WC. Das Team hat sich schon gut auf die neue räumliche Situation eingestellt.

Wozu braucht es mehrere Behandlungsräume?

Es gibt drei Behandlungsräume und das beschleunigt die Abläufe. Der Patient wird aufgerufen und erwartet mich bereits im Behandlungsraum. Ich kann also direkt von einem Zimmer zum anderen auf den Patienten zugehen und auch innerhalb der Räume wechseln, wenn es gerade dringend nötig ist. Der Patient sitzt zwar zuerst alleine im Raum, wird aber – wie manche befürchten - deshalb keineswegs vergessen.

Beschreibe uns bitte die aktuelle Besetzung deines Ordinationsteams!

Eine Arztordination kann nur gut funktionieren, wenn das Team Hand in Hand arbeitet. Ich bin als Kassenarzt tätig und werde ärztlich von Frau Dr. Maria Strigl unterstützt. Am Schalter mit der Anmeldung befindet sich die Drehscheibe der Praxis. Meine Ehefrau Doris und meine langjährige Mitarbeiterin Ulli halten die gesamte Verwaltung am Laufen, Ulli unterstützt mich zudem als Ordinationsassistentin bei der Patientenbehandlung. Mit Fatma als Reinigungskraft ist für die wichtige Sauberkeit in der Ordination gesorgt.

Stellst du uns deine ärztliche Kollegin kurz vor?

Ich kenne Frau Dr. Maria Strigl seit meiner Studienzeit und ich freue mich über die gute Zusammenarbeit in der Praxis. Dr. Strigl war im Fach „Anästhesie“ tätig und arbeitet als Ärztin in meiner Praxis und als Teil des Sprengelarzt-Teams in Mieming. Sie wohnt auch dort, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Auch ihr Interesse gilt der Behandlung des ganzen Menschen mit verschiedenen Behandlungsmethoden und nicht nur einzelner Symptome.

Wie siehst du die Rolle des Hausarztes und wie wichtig ist für dich diese Aufgabe?

Als Hausarzt kenne ich die ganze Krankheitsgeschichte eines Patienten und alle Befunde werden bei mir gesammelt. Das sorgt für einen guten Gesamtüberblick. Durch die langjährige Betreuung entsteht ein Vertrauensverhältnis. Dadurch kann ich als Hausarzt oft schon beim Hereinkommen, also beim Anblick des Patienten, eine Veränderung erkennen, schaue aber natürlich auch „hinter die Fassade“. Als Hausarzt koordiniere ich alle Anlaufstellen der Patienten und überweise zu Untersuchungen außer Haus.

Du hattest in deiner Praxis schon immer einen ganzheitlich-medizinischen Ansatz. Was bedeutet für dich die Zusammenschau von Schul- und Alternativmedizin?

Ich kann als Vertreter der Schulmedizin wertvolle Ergänzungen und Tipps aus der Alternativmedizin weitergeben oder anwenden, da sich für mich beides wunderbar ergänzt. Dr. Strigl und ich haben beide das Akupunktur- Diplom und sind überzeugt von dieser Methode. Ernährungstipps und Fragen des Lebensstils gehören zur Behandlung ebenso dazu wie der ganzheitliche Blick auf Körper und Seele.

Als Schularzt untersuchst du regelmäßig unseren Nachwuchs. Erkennst du einen Trend bei den Kindern?

Die Sprengelarztstelle ist derzeit nicht besetzt und wir Allgemeinmediziner im Sprengel sichern die Versorgung nach Dienstplan. Die Haiminger Schulen und Kindergärten habe aber ich übernommen. Erfreulicherweise sehe ich bei uns derzeit weniger übergewichtige Kinder als früher und die Zähne sind viel gesünder und besser gepflegt. Mir fällt auf, dass die Kinder mehr wachsen, größer werden.

Wohin legst du besonderes Augenmerk, wenn du zu den alten Menschen im Pflegeheim gehst?

Viele Pflegeheimbewohner mögen es, wenn ich zu ihnen komme. Ich sehe mich als Ansprechpartner, ich gebe gern Hilfestellung, damit der Alltag auch aus ärztlicher Sicht möglichst gut und wie gewohnt gelebt werden kann. Medikamente sind bei weitem nicht alles, was alte Menschen von ihrem Doktor brauchen. Besonders zum Lebensende ist eine einfühlsame Begleitung auch Aufgabe des Arztes.

Du wohnst mit deiner Frau Doris in Haiming und baust dir hier ein Eigenheim. Was macht für dich die Wohnqualität in Haiming aus?

Wir beide mögen das ruhige Wohnen und freuen uns auf das neue Heim in Schlierenzau. Ich gehe gern mit dem Hund im Wald spazieren oder erhole mich mit guten Freunden. Viel Freizeit bleibt ja nicht, sie will daher sorgfältig genutzt sein. Schon ein kleiner Spaziergang ist eine gute Strategie, um aufzutanken und den Kopf frei zu bekommen. Das kann ich auch meinen Patienten nur empfehlen.

Hast du einen Wunsch für dein Wirken als Arzt in Haiming?

Ich bitte die Patienten in der Ordination um Geduld, weil wir jedem, der kommt, die nötige Zeit und Hilfe zukommen lassen. Da gehören Wartezeiten dazu. Ich bin dankbar für die wirklich tolle Zusammenarbeit mit Gemeinde, Sozial- und Gesundheitssprengel, Pflegeheim und Apotheke. Dies alles und ein gutes Praxisteam sehe ich als starkes Fundament für meine weitere Arbeit zum Wohle der Patienten.

Text und Foto: chris