28.04.2016 22:14 Age: 2 yrs
Category: ALL, Gemeinde

Interview für das Dorfblattl mit Bürgermeister Josef Leitner


  Wann hast du dich endgültig entschieden zur Wahl anzutreten oder war es für dich immer klar, dass du als Listenführer und Bürgermeister kandidierst?

Nein das war nicht immer klar, im Gegenteil.  Als es mir zu Beginn der letzten Periode 2010 gesundheitlich ziemlich schlecht ging, schwankten meine Überlegungen zwischen Rücktritt und vielleicht die Periode fertig machen. Nachdem ich mich aber relativ schnell und gut erfangen hatte, habe ich mich entschlossen vorläufig bis 2016 weiter zu machen. Die Entscheidung neuerlich zum Bürgermeister zu kandidieren habe ich erst im Herbst gemeinsam mit meinen Listenkolleginnen und Kollegen getroffen.

 

2.     Du bist von einer großen Mehrheit zum Bürgermeister gewählt worden, kann man davon ausgehen, dass du auch die gesamte Periode im Amt bleibst?

Wenn es mir gesundheitlich nicht ähnlich geht wie zu Beginn  der letzten Periode, wonach es zurzeit aber nicht aussieht, kann man davon ausgehen. 

3.     Bei jeder politischen Aussendung war das Dorfblattl ein Thema. Jeder sprach von Transparenz und Bürgerinformation. Könntest du dir vorstellen, dass der Beschluss überdacht wird und in Zukunft eine sachliche Information der Bürger auch in Sachen Politik zulässig wäre?

Dass das Dorfblatt bei jeder Aussendung Thema war scheint mir zumindest leicht übertrieben zu sein. Ich kenne keinen Beschluss, der sachliche Information über Gemeindepolitik verbietet. Ich kenne einen Beschluss der regelt, dass das Dorfblatt von keinen politischen Parteien für ihre persönliche Berichterstattung missbraucht werden darf, und wenn ich mir vorstelle, dass so manche Wahlaussendung im Dorfblatt  gestanden hätte, dann soll man von Seiten der Redaktion froh sein, dass es diesen Beschluss, der zum Niveau des Dorfblattes wesentlich beiträgt, auch wenn der Herr Chefredakteur das nicht wahr haben will,  gibt. Ich sehe das Dorfblatt als „Berichterstatter“ über das Geschehen in unserer Gemeinde. Sensationsgier und Kaffeesudlesereien haben in einem derartigen Medium nichts verloren. Es stört mich auch wenn fleißig und unentgeltlich arbeitende Vereinsfunktionäre unter dem Deckmantel der Anonymität wie Leserbriefen ohne Name oder Elster und Co durch den ….. gezogen werden und von Sachlichkeit kann zumindest im letzten Dorfblatt auf Seite 2 (Fortschritt?) wohl kaum die Rede sein.

 

Würdest du dieses Thema auf eine der nächsten Tagesordnungen setzen?

Nein.

 

5.     Was verändert sich in der täglichen Arbeit für die AL und für dich als Bürgermeister nach diesem Ergebnis?

Die politische Arbeit in einer Gemeinde ist schon auf Grund der Themen einem ständigen Wandel unterworfen. Außerdem gibt es sehr viele neue Köpfe in unserem Gemeinderat, die auch neue Ideen und Denkweisen einbringen werden. Dass sich deshalb etwas in der Arbeitsweise zu ändern hat, glaube ich nicht. Die Allgemeine Liste und ich als Bürgermeister haben ein ausgezeichnetes Ergebnis erreicht, wofür ich mich bei den Wählerinnen und Wählern recht herzlich bedanken möchte, und wir werden dieses Ergebnis zum Wohle der Gemeinde umsetzen. Sollte mit dieser Frage gemeint sein, dass wir nicht mehr die  „Absolute“ haben, so darf ich erneut auf die Tatsache verweisen, dass wir immer den Konsens gesucht haben und deshalb auch in der abgelaufenen Periode kein einziger Gemeinderatsbeschluss nur mit den Stimmen der AL gefasst wurde.

 

6.     Am Ende dieser Periode wirst du drei Jahrzehnte die Geschicke der Gemeinde bestimmt haben. Was hat sich in dieser Zeit am meisten verändert?

Ich werde grau und um 30 Jahre älter sein. Spaß beiseite, wenn man selber im Getriebe steckt, bemerkt man die Veränderungen gar nicht so sehr. Gesellschaftspolitisch glaube ich aber, dass eine der wichtigsten Zeiterscheinungen die Tatsache ist, dass es nur mehr wenige Familien gibt wo ein Elternteil so wie früher zu Hause ist, den Haushalt führt und für die Erziehung der Kinder da ist. Ich möchte dies aber auch nicht deuten. Eines ist jedoch klar: Ein Alleinverdiener ist nicht mehr im Stande für den Familienunterhalt zu sorgen. Diesem Umstand hat auch die Gemeindepolitik Rechnung zu tragen. 

 

7.     Welche großen Projekte stehen in den nächsten Jahren an?

Es werden keine großen Projekte, aber große Aufgaben auf uns zukommen. Neben der Alten-, Jugend-und Kinderbetreuung, bereitet mir vor allem auch das Flüchtlingswesen einiges an Kopfzerbrechen, da ich nicht glaube, dass ein Ende dieser Problematik abzusehen ist, genauso wie im Augenblick niemand weiß was auf die Gemeinden zukommt. Ein großes Thema wird bei uns auch der Wohnbau sein, wobei für mich nach wie vor kein Weg an Bauplätzen im Forchet sowohl in Haiming als auch in Ötztal Bahnhof vorbeiführen kann.

 

8.     Ist es zu erwarten, dass auf Grund der großen Investitionen in den letzten Jahren, zu Einsparungsmaßnahmen in den nächsten Jahren kommt?

Ich bin altmodisch. Wir haben zuerst gespart und dann investiert, daher sind besondere Sparmaßnahmen nicht notwendig, was nicht heißen soll, dass wir das Geld zum Fenster hinaus werfen müssen.

 

9.     Der Baufortschritt im Gemeindehaus ist unübersehbar. Kann der Übersiedlungstermin gehalten werden? Gibt es sonst interessante Neuigkeiten?

Die Fertigstellung wird im September sein. Wir haben uns aber zum Ziel gesetzt nach den Haiminger Markttagen in aller Ruhe die Übersiedlung vorzunehmen. Den Bau betreffend gibt es keine besonderen Neuigkeiten zu berichte, es läuft alles nach Plan.

 

 10. Eigene Themen

Ich freue mich auf sechs Jahre hoffentlich produktiver Arbeit mit allen Gemeinderäten. Dass die Ziele von allen ziemlich die gleichen sind haben die Wahlaussendungen gezeigt. Wenn ich einen Wunsch aussprechen darf, dann ist es der, dass wir den Weg dorthin sachlich und ehrlich beschreiten und nicht durch die Parteibrille sehen. Es ist sinnvoller seine Kraft ins Gemeinsame und nicht in Oppositionsarbeit zu investieren, die Wahlen zeigen immer wieder, dass die Bevölkerung diesen Weg belohnt.

Danke und eine schöne Zeit in unserer Gemeinde!