08.12.2014 21:16 Age: 7 yrs
Category: ALL
By: Erwin Föger

Land der Berge, Land des Stromes

Stromleitungen und unzählige Masten sind ein - wenn auch nicht sehr beliebtes - Merkmal unserer Gemeinde. Manchen Menschen sind diese „Stromautobahnen“ ein Dorn im Auge, sie beklagen eine Verschandelung des Tals.


Die beiden Umspannwerke und das Umformerwerk der ÖBB nehmen zusätzlich viel Platz im Forchet ein. Muss das sein? Von Haiming aus werden Abnehmer in Deutschland und in der Schweiz beliefert – aber wozu? Sollten wir „unseren“ Tiroler Strom nicht lieber selbst verwenden?

 

Ganz so einfach ist die Sache nicht. Der in Österreich produzierte Strom würde für die Sicherstellung unserer Versorgung nicht ausreichen, wir brauchen Strom aus Nachbarländern. Andererseits können wir zu Zeiten hohen Verbrauchs unseren aus Wasserkraft erzeugten „Spitzenstrom“ ins Ausland verkaufen. Dazu sind die Leitungen über die Grenzen unverzichtbar. Ein Energieaustausch durch Hochspannungsleitungen geschieht auch mit dem Osten Österreichs. So ist das große Umspannwerk der APG zwar landschaftlich nicht unbedingt erfreulich, aber dennoch unverzichtbar.

Derzeit wird viel über neue Kraftwerke diskutiert, ein dritter Stausee in Kühtai ist angedacht. Bei aller Liebe zur Natur – ein Wasserkraftwerk in einem Gebirgstal ist mir viel lieber als ein Atomkraftwerk in Grenznähe. Nur 150 Kilometer trennen uns vom nächsten Atomkraftwerk in Deutschland. Die Ereignisse in Tschernobyl und Fukushima zeigen die massiven Gefahren dieser Energiequelle deutlich genug. Seien wir froh, dass bei uns viel Strom auf umweltfreundliche Art produziert werden kann. Wir sollten einem weiteren Ausbau der Wasserkraft gelassen entgegensehen und uns persönlich konsequent bemühen, den Stromverbrauch möglichst niedrig zu halten.